Freitag, 25. Mai 2012

Miami Gleis - Quo Vadis ?

Gleis am Stil

Eisenbahnen sind die Verkehrsmittel des vergangenen Jahrhunderts. Wenn nicht sogar des 19. Jahrhunderts. Die Lokomotive stirbt.

"Elles dommes G'schwätz", proklamiert Big Mobs und verweist auf die derzeitige Renaissance des Schienenverkehrs. Der junge Stuttgarter macht momentan eine Ausbildung als "Eisenbahner im Betriebsdienst Lokführer und Transport", angestellt bei der Deutschen BAM.
Als Mobtimist glaubt er an die Zukunft der Gleise.

... Gestatten Sie, mein Name ist Frederik Bahn.
Ich denke viel nach. Big Mobs wird älter. Blauer Samt und morphogenetische Felder ...


"Wir befinden uns in Zeiten des digitalen Umbruchs. Auch die Lokomotive wird 2.0. Und sie muss nicht das Rad, sondern lediglich sich selbst neu erfinden."

Damit spricht Möbelix (ugs.) einen der verklärtesten Missstände unserer Zeit an - ungleiche digitale Ressourcenverteilung. "Die Datenautobahn ist nicht nur für Autos interessant. Langsam und gleise hat sich die Lokomotive angeschlichen und prescht nun vermehrt ins World Wide Web."

Unter dem Decknamen "Blogomotive" arbeitet sie noch unter der Oberfläche. "So wie die FDP, nur erfolgreich. Mittelfristiges Ziel hierbei ist die 100%ige Vernetzung der Schienen im Internet. Ohne Zweifel: Blogomotivführer ist eines der Berufsbilder der Zukunft."


Der Spind doch!

  
Die Blogomotive hat Mobby begleitet und zeigt bis dato unveröffentlichte Bilder aus der Welt des Next-Generation-Eisenbahners. Über die Jahre hat sich strukturell einiges getan. So hielt unter anderem mit dem Claim "Guter Verkehr im Güterverkehr" auch das Greenwashing Einhalt. Man ist nicht mehr nur Lokomotivführer, sondern auch Fair-Führer. Lediglich die Funkgeräte sehen noch aus wie die Mobiltelefone der 80er.


billigstes AEG Product Placement.


Es ist gerade die Sehnsucht nach Analogie, die Menschen wie Big Mobs ins Führerhäuschen treiben. Wie ein Gleistesgestörter sucht er seither die Verbindung mit der Moderne. "Wer denkt, dass so etwas Ruck Zug von statten geht, der irrt". Der bekennende Schwabe seufzt, greift in seinen Tasche und holt etwas Tabak und Zigarettenpapier hervor. "Es ist wirklich ein Gleistungssport. Da gönnt man sich auch mal ein Kippchen."


Konnte sich bislang nicht mit der E-Zigarette anfreunden: Big Mobs

Brandschutz? Wir verfahren da ganz nach der Berliner Schule.

"Gleis kommt aus dem Chinesischen", fachsimpelt Big Mobs. "Es bedeutet alter Mann oder Greis ... nur Spaß."

Humor hat er also auch, der Eisenbahner. "In der Zukunft haben wir vor allen Dingen eine Materialschlacht zu erwarten. Erst Eisenbahn, dann Aluminumbahn und irgendwann vielleicht sogar eine Carbonbahn. Es ist der reinste Bahndalismus!"

Nachdem Bahnchef Grube im vergangenen Jahr angab, dass ein Börsengang vorerst kein Thema darstelle, übte man sich in gewohnt schwäbischer Bescheidenheit und lacht sich ins Fäustchen, wenn Jungspunde wie Mark Zug-erberg börsentechnisch voll auf die Schnauze fliegen.


Anna log und die wahre Digitalisierung


Wachsam ist der Mobby der Porzellankiste. Und deswegen zeigt sich Lokführer Möpsen seit mehreren Monaten auch abstinent vom Alkohol. Es war eine Entscheidung, aus der Leber heraus. Und die Liebe zum Leben auf der Schiene wuchs Tag für Tag. 
"Züge als Fortbewegungsmittel verzaubern mich mehr als die lustigen Koboldgeschichten von Meister Leber und seinem Pumuckl."


maskulin.


Der Späthippie-Zug, Baujahr: 68er Generation. Deutsche Wertarbeit - aus einem Guß.
Eisen, für die Ewigkeit gebaut. Qualität, die selbst den Weltuntergang 2012 übersteht. Ähnlich einer Schabe, bei einem atomaren Rundumschlag.  Blogomotive - Die Revolution rollt.



Mobwarts-Express. Morgens um 9, drei Viertele.


Der Baader-Meinhof-Express auf seiner täglichen Reise Amman (Jordanien) -Stammheim (Stuttgart).


Seit März '12 Gefangener der Roten Blogomotiven Fraktion (RBF) 


Doch mit dem Dasein als Blogomotivführer kommt auch der Fame des späten Rudi Duttschke. An guten Tagen watet Möbius durch Scharen an Rentner-Groupies.

"Fans sind wie guter Wein. Je älter, desto besser. HAHAHAHAHAHAH!", gluckst er freudig vor sich hin.

 Für die in rot gekleideten Zimmermannsleute aus Jena findet er jedoch wenig warme Worte. 

"D'schaffet do nix! S'isch halber Fünfe." 


Sensationsgeile-Schaulust-Senioren.

Mit dem unverkennbaren Swag eines Bud Spencer legt er täglich vier Weichen für ein Halleluja.
"Das Gefühl, etwas geleistet zu haben. Das Gefühl, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, DAS ist wahrer Erfolg. Und jetzt isch Feierabend, wie des duftet!"

Eine leichte Brise umschmeichelt die ebenso gebräunt, wie von harter Arbeit gestählten Waden. Und man spürt ihn sofort. Den Vibe eines Weiberhelden.


"Wo isch mein Spucknapf, Alder?"

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